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Teilprojekt: Schätze aus kleinen Sammlungen

Januar 2013

Status: Laufend

Finanziert durch: swissuniversities

Beschreibung des Teilprojekts: Der grösste Teil der Handschriften der Schweiz befinden sich in grösseren Sammlungen, vor allem in öffentlichen und kirchlichen Institutionen. Leicht wird dabei vergessen, dass einige der wichtigsten Quellen, die die Identität der Schweiz bestimmen, in Sammlungen liegen, die nur wenige Handschriften aufbewahren. e-codices hat sich zum Auftrag gemacht, diese bedeutenden Schätze aus kleinen Sammlungen, die im Original häufig der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, digital zu erschliessen.

Alle Bibliotheken und Sammlungen

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Romont, Abbaye de la Fille-Dieu Romont, Ms. liturg. FiD 2
Pergament · 4 pp. · 36 x 24.5 cm · gegen 1136/1140
Frühe zisterziensische Antiphonarfragmente

Diese Antiphonarfragmente, die um 1136/1140 kopiert und gegen 1140/1143 abgeschabt und korrigiert wurden, bilden einen leeren Einband. Die verschieden grossen Pergamentstücke wurden zweifellos von den Nonnen von Fille-Dieu aneinandergeklebt, um ein heute verschwundenes liturgisches Formular zu schützen. FiD 2 stellt zusammen mit FiD 1 die Relikte von Antiphonaren dar, welche die ursprüngliche zisterziensische Liturgie enthielten. Diese ist von Fr. Kovacs („Fragments du chant cistercien primitif“, ASOC 6 [1950], p. 140–150) und Chr. Waddell (The Primitive Cistercian Breviary, Fribourg, 2007 [Spicilegium Friburgense 44]) als die durch Etienne Harding kurz nach 1108 reformierte Liturgie definiert worden. Im Zuge dieser Reform zwang der Abt von Cîteaux den Orden, das Metzer Antiphonar zu benutzen, das im Orden bis zur Zeit der zweiten Reform unter Bernhard von Clairvaux in Gebrauch war. Zu Beginn der Jahre 1140 war auch diese zweite Reform abgeschlossen. Die Existenz von bernhardinischen Entwürfen war bisher durch das Antiphonar 12A-B der Abtei Westmalle (Belgien) und dasjenige der Abtei von Tamié 6 (Savoyen) bekannt. Die kodikologischen Analysen der Vorsätze von FiD 1 und der Fragmente von FiD 2 zeigen, das alle Stücke aus dem Schweizer Kloster Fille-Dieu stammt; sie weisen einen identischen Status und gemeinsame Charakteristika auf, unabhängig von den aktuellen Aufbewahrungsorten. Sie lassen dieselben Hände und Korrekturhände erkennen, die gleichen Ornamente und die gleichen späten Nachbesserungen, die frühestens im 16. Jahrhundert und wahrscheinlich von den Nonnen oder Mönchen der Abtei Hautcrêt (Oron, VD) gemacht wurden. Diese Abtei war bis 1536 die Vaterabtei von Fille-Dieu. (sca)

Online seit: 22.03.2018

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Romont, Abbaye de la Fille-Dieu Romont, Ms. liturg. FiD 5
Pergament · I + 127 ff. · 34 x 24 cm · zwischen 1246 und 1255
Zisterzienser Graduale

Dieses vollständige Graduale (Quadratnotation) enthält das Temporale (f. 1r-70v), das Sanctorale und das Commune Sanctorum (f. 70v103v), Votivmessen (f. 103v-107v), das Kyriale und Litaneien (f. 107v111v), Antiphone und Prozessions-Responsorien (f. 112r113v), die Tropen zum Kyrie Cunctipotens und Fons bonitatis (f. 113v115r) und einige Zusätze aus dem 14. Jahrhundert (f. 115r-127v). Gemäss der Analyse des Kalenders könnte diese Kopie auf die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückgehen, zwischen 1246 (Erwähnung des hl. Lambertus von erster Hand, f. 100r) und 1255 (keine Erwähnung der Messe für den hl. Dominik am 5. August, f. 95r). Anders als es die Etiketten (Rücken und vordere Innenseite) vermuten lassen, war der Codex vor dem Ende der 1260-er Jahre kopiert worden, da die Messe des hl. Antonius (f. 75v) von einer zweiten Hand notiert wurde. Auch enthält f. 98v keine Erwähnung einer Oktave des hl. Bernhard, die üblicherweise in den Zisterzienserbüchern ab 1295 vorhanden sind. Eine Untersuchung des musikalischen und liturgischen Inhalts zeigt, dass die Handschrift FiD 5, die eine treue Kopie des älteren Graduale des Ordens darstellt (Abbazia Tre Fontane 47, gegen 1140/1143), wahrscheinlich aus der Abtei Hautcrêt (Oron VD) stammt, die bis 1536 Vaterabtei von Fille-Dieu war. (sca)

Online seit: 22.03.2018

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Romont, Abbaye de la Fille-Dieu Romont, Ms. liturg. FiD 7
Pergament · 48 ff. · 26 x 18.5 cm · 14. Jahrhundert
Zisterzienser Collectar-Rituale

Die Handschrift FiD 7 (Quadratnotation; lateinische und altfranzösische Rubriken) beginnt mit den Kurzlesungen und Kollekten des Sanctorale (das Blatt 1r beginnt abrupt mitten in der Kurzlesung der Terz zur Geburt von Johannes dem Täufer). Es enthält danach verschiedene Riten, darunter das Totenoffizium (mit Musiknotation auf den Seiten 40r-46v), sowie den Ritus für den Ordensprofess und für die Einkleidung einer Nonne (f. 24v-26r). Das Ordensgelübde Ego soror ill. promitto (f. 24v) könnte Fille-Dieu als Bestimmungskloster bezeichnen. An anderer Stelle enthält das Buch jedoch Rubriken und Gebete von erster Hand in maskuliner Form, interlinear von einer der Kopie zeitgenössischen Hand der femininen Form angepasst (f. 20r, 27v, 30v-39v). FiD 7 stammt daher wahrscheinlich aus einer männlichen Schreibstube, vermutlich von den Zisterziensern von Hautcrêt (Oron, VD) oder von Hauterive (FR). (sca)

Online seit: 22.03.2018

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Saint-Imier, Mémoires d'Ici, FER 1
Papier · IV + 330 + IV pp. · 33.5 x 21 cm · Diesse (Bern) · 17. Jahrhundert
Sammlung von Hexenprozessen und -geständnissen

Als aussergewöhnliches Zeugnis der grossen Hexenverfolgung, die sich im 17. Jahrhundert in Europa ausbreitete, enthält dieser Band ein Konvolut von 67 Hexenprozessen, die auf dem Tessenberg, im Berner Jura, zwischen 1611 und 1667 untersucht und deren Urteil gesprochen wurden. Die Geständnisse der 56 Frauen und 11 Männer, die von den Gerichtsschreibern in die definitive Form übertragen wurden, wurden den Angeklagten bei der Urteilsverkündung vorgelesen, damit diese sie öffentlich gestehen. (mai)

Online seit: 17.12.2015

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Saint-Imier, Mémoires d'Ici, FER 2
Papier · V + 730 pp. · 36 x 22 cm · Tavannes (Bern) · 18. Jahrhundert
Dokumente, zusammengestellt von Pastor Rémy Frêne von Tavannes

Der Band enthält die Kopien von verschiedenen Dokumenten, die der Pfarrer von Tavannes, Théophile Rémy Frêne (1727-1804) über mehrere Jahrzehnte, insbesondere aber im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts, sorgfältig gesammelt hat. Er versammelt so Erinnerungen, Korrespondenzen, zahlreiche Urkunden und auch Listen, die die vielfältigen wissenschaftlichen Aktivitäten des Pfarrers, vor allem in den Bereichen Geschichte, Geographie und Politik, offenbaren. Die Sammlung ermöglicht es, seine persönlicheren Interessen zu erfassen. Die in thematischen Reihen organisierten Schriften konzentrieren sich hauptsächlich auf das Fürstbistum Basel und die Region Neuenburg. Der Band bezeugt daher ein umfangreiches Projekt zur Beschreibung des Fürstbistums, das Frêne schlussendlich nicht veröffentlicht hat – viele der vom Pfarrer gesammelten Informationen wurden jedoch von Charles-Ferdinand Morel in seinen Abrégé de l’histoire et de la statistique du ci-devant Evêché de Bâle (Strassburg, 1813) aufgenommen. Er spiegelt auch die grundlegende Rolle wider, die die Pfarrer in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Förderer des regionalen Wissens spielten. (bal)

Online seit: 14.12.2018

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Samedan, Chesa Planta Samedan, Ab 31
Papier · 44 pp. · 15 x 10 cm · 1639
[La chianzun da la guerra dalg Chiaste da Müs] (Das Lied vom Müsserkrieg)

Es handelt sich um die älteste erhaltene Abschrift eines Berichts in epischen Versen von Gian Travers zu den Ereignissen des Müsser Krieges von 1525/1526, geschrieben 1527. Dieser Bericht ist der älteste bekannte längere bünderromanische Text. Als Schreiber signiert Johan Schucan aus Zuoz, zur Zeit der Abschrift protestantischer Pfarrer in Zernez.  (dar)

Online seit: 14.12.2017

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Samedan, Chesa Planta Samedan, Ab 47
Papier · III + 16 ff. · 15 x 10 cm · 1567
[La histoargia da Joseph] (Die Geschichte von Joseph)

Älteste Handschrift des Dramas „Joseph“ von Gian Travers, aufgeführt 1534 in Zuoz. Sie entstand drei Jahre nach dem Tod von Travers und ist in einer Orthographie geschrieben, die zur Zeit der Abschrift nicht mehr in Gebrauch war. Schreiber ist Conradin Planta, wohl ein Verwandter; Gian Travers war mit Anna Planta verheiratet. Die Handschrift ist falsch eingebunden: der Text beginnt ff. 9-13, fehlt ein Blatt, f. 14, f. 1, f. 5, f. 3, f. 4, f. 6, f. 2, f. 15, fehlt ein Blatt, f. 7, f. 16. Das ursprüngliche Schlussblatt f. 8r enthält ein Mahngedicht; f. 8v war leer. Ein grosses Pergamentblatt, ursprünglich aus einer Pergamenhandschrift des 12. Jahhunderts mit einem Text von Constantinus Africanus, De febribus, Kap. 3-5 stellt nun die zwei Vorderblätter dar.  (dar)

Online seit: 14.12.2017

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Samedan, Chesa Planta Samedan, Ad 109
Papier · 80 ff. · 15 x 10 cm · 1649
Joseph da Iacobb (Spiel von Joseph)

Enthält den Text einer unterengadinischen Version eines Joseph-Dramas (ff.1-74), der auf dem Jacob Ruf zugeschriebenen Drama „Ein hüpsch nüwes Spil von Josephen (…)“, gedruckt 1540 in Zürich, zurückgeht. Konvergierende Indizien wie die Angaben von Chiampell (Placidus Plattner, Ulrici Campelli Historia raetica, Basel, Schneider, T. 2 1890, 353) sowie die Orthographie und Sprache der Abschrift legen es nahe, darin den nur hier erhaltenen Joseph-Drama von Chiampell selber zu sehen, das 1564 in Susch aufgeführt wurde. Am Schluss steht ein Gespräch zwischen einem protestantischen Pfarrer und einem Kranken (ff. 75-77) sowie einige Gebete (ff. 78-80), die vom Schreiber des Texts selber, Baltasar Valantin, aus dem Deutschen übersetzt wurden. (dar)

Online seit: 14.12.2017

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Samedan, Chesa Planta Samedan, Statuten 1619
Papier · 300 ff. · 30 x 21 cm · 1619
Ledschas et stratüts civils dalg cumoen d’Engiadina zura sur Punt Hota (Gesetze und Zivilstatuten der Gemeinde Oberengadin über Punt Ota)

Die Handschrift enthält zunächst die Übersetzung der lateinischen Statuten des Kreises Oberengadin vom Jahre 1563 mit den Nachträgen bis 1618 in der Hauptschrift von Peider Curtin (ff. 1-245a). Die Nachträge von 1624-1654 sind in anderer Schrift eingearbeitet oder ff. 245b-254a nachgetragen. Es folgen Übersetzungen weiterer wichtiger Rechtstexte aus dem Deutschen in der Schrift von Peider Curtin: die Charta da la Lia von 1524 (ff. 262-267), die Artikel von Chur von 1523, später von Ilanz 1524 (ff. 268-271), Artichels da cumoenas Trais Lias von 1527 (ff. 272-278), ein Vertrag zwischen dem Gotteshausbund cun l’s sett chantuns Schwizers von 1498 (ff. 279-282) und der „Erbeinigungsvertrag“ von 1518 zwischen Kaiser Maximilian und dem Bischof von Chur, das Engadin betreffend (ff. 283-289). Danach folgen Register zu den Statuten (ff. 291-295) von der Hand Curtin’s sowie ein Register zu den Nachträgen (f. 296) der zweiten Hand. Schreiber ist Peider Curtin; gemäss einer Angabe auf der Titelseite stammen die Statuten jedoch vom bekannten protestantischen Pfarrer und Notar Lüci Papa. (dar)

Online seit: 14.12.2017

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Schaffhausen, Konzernarchiv Georg Fischer AG, GFA 1/144.32
Papier · [4] + 218 pp. · 18 x 10.5 cm · 1743-1820
Erinnerungsalbum Christoph Fischer - Gedenk und Stamm-Buch, worinnen gute Freunde und Gönner mich, Christoph Fischer, von Schaffhausen, mit ihren beliebigen inscriptionen, sinnreichen Anbildungen, curiosen Gemählden und andern denkwürdigen Sprüchen be-ehren wollen. Angefangen den 18ten Iulij 1743.

Dieses in Leder eingebundene Album beinhaltet rund 35 Widmungen und Zeichnungen von Personen, mit denen der Schaffhauser Kupferschmied und Weinhändler Christoph Fischer (1691-1770) im Lauf seines Lebens Kontakt pflegte. Aus den Einträgen in Latein, Deutsch, Französisch und Englisch lassen sich zwei Reisen Fischers nach London rekonstruieren, während derer die meisten Widmungen entstanden: 1747-1750 via Genf, Lyon, Paris nach London und 1758 via Strassburg, Frankfurt, Amsterdam nach London. Einige Einträge stammen von Mitgliedern der Schaffhauser Familie Schalch, mit der Fischer verwandt war, darunter ein undatiertes Aquarell des Künstlers Johann Jakob Schalch (1723-1789) (S. 122), der 1754-1773 in London und Den Haag lebte. Das Album wurde nach dem Tod von Fischer weitergeführt: Einträge von 1773 (S. 65) und 1820 (S. 215). In die Papierhandschrift sind mehrere Pergamentseiten miteingebunden (S. 1-2, 19-20, 47-48, 115-116, 181-182) und einige Papierblätter nachträglich eingeklebt (S. 39a-b, 55a-b, 147a-b) bzw. die Seiten mit Bildern überklebt (S. 43, S. 125, S. 127). Die Einträge sind nicht chronologisch geordnet und werden von zahlreichen leeren Seiten abgewechselt. (egg)

Online seit: 22.06.2017

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Schaffhausen, Konzernarchiv Georg Fischer AG, GFA 1/144.35
Papier · [2] + 178 pp. · 19.5 x 12 cm · 1791-1841
Erinnerungsalbum Johann Conrad Fischer

Bei dieser in Leder gebundenen Papierhandschrift mit Goldprägung (die einzelnen Ziffern des Jahres 1791 in allen vier Buchecken) handelt es sich um das Erinnerungsalbum von Johann Conrad Fischer (1773-1854), Kupferschmied, Metallurge, Unternehmer und Politiker aus Schaffhausen. Aus seiner 1802 gegründeten Gussstahlfabrik entwickelte sich die heutige Georg Fischer AG. Das Album beinhaltet Widmungen und Zeichnungen von rund 70 Personen, mit denen Fischer im Laufe seines Lebens Kontakt pflegte, darunter sein Mathematiklehrer Melchior Hurter (1735-1811) (S. 1), Professor Johann Georg Müller (1759-1819) (S. 49), der Zürcher Arzt Johann Balthasar Zwingli (1764-1817) (S. 164), der Schriftsteller Heinrich Zschokke (1771-1848) (S. 175), Fischers Grossonkel Lorenz Spengler (1720-1807), königlicher Kunstkammerverwalter in Kopenhagen (S. 43), und dessen Sohn Johann Conrad Spengler (1767-1839) (S. 105). Der Grossteil der Einträge in Deutsch, Französisch, Englisch und Dänisch datiert aus seinen Wanderjahren als Kupferschmiedgeselle 1792-1795, als er über Frankfurt, Chemnitz, Dresden nach Kopenhagen und weiter nach London reiste. Danach folgen noch vereinzelte weitere Einträge bis 1841. Die Einträge sind nicht chronologisch geordnet und werden abgewechselt von eingeklebten Blättern (S. 3a-b, 48a, 111a-d) und zahlreichen leeren Seiten. Die Seitennummerierung stammt aus der Entstehungszeit des Albums. (egg)

Online seit: 22.06.2017

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 8
Papier · 1 + 288 + 1 pp. · 34 x 24 cm · Italien (Toskana) · ca. 1577-1591
Libro di ricordanze del Granduca di Toscana riguardante l'amministrazione fatta da Roberto Pandolfini delle Vene di Ferro dell'Isola dell'Elba 1579

Bei der in Pergament gebundenen Papierhandschrift handelt es sich um ein Exemplar der Textgattung der „libri di ricordanze“, die bei Florentiner Kaufleuten weit verbreitet waren. Bei dem vorliegenden „libri di ricordanze“ des Grossherzogs der Toskana handelt es sich vermutlich um Aufzeichnungen (und Abschriften) eines gewissen Roberto di Pandolfo Pandolfini im Zusammenhang mit der Verwaltung der Eisenbergwerke auf der Insel Elba. Dazu gehören auch Listen, in denen vermutlich Preise von Eisen(erz) festgehalten sind. – Auf Elba wurden ergiebige Eisenerzlagerstätten abgebaut, deren Erz sich durch seinen hohen Eisengehalt auszeichnete; es wurde schwerpunktmässig nach Mittelitalien exportiert. – Im Anschluss an die eigentlichen Aufzeichnungen folgen zunächst acht eingeklebte Beilagen kleineren Formats (S. 52a-d, S. 54a-d, S. 56a-b, S. 59, S. 61, S. 62a-b, S. 65, S. 67) sowie dann zahlreiche unbeschriebene Blätter (S. 68-288), aus denen der Band zum grössten Teil besteht. – Die Handschrift ist 1957 in Florenz erworben worden. (ruh)

Online seit: 08.10.2015

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 13
Papier · 1 + 32 ff. · 33 x 24.5 cm · Italien · 1786
Disegni, e spiegazione della Fonderia principio, e termine della Campana di S. Pietro, fusa dal Cavalier Luigi Valadier, e Giuseppe di lui figlio nell'anno 1786 – per ordine di N. S. PP. Pio Sesto […]

In dieser prächtig gestalteten und inhaltlich aussergewöhnlichen Handschrift beschreibt der italienische Architekt und Städtebauer Giuseppe Valadier (1762-1839) in Text und mit 14 aquarellierten Federzeichnungen den Guss des Campanone, der grössten Glocke des Petersdoms. Der Auftrag für die Glocke war vom Vatikan an den Giessereibetrieb seines Vaters Luigi Valadier vergeben worden, der allerdings während der Arbeiten an der Glocke 1785 verstarb. Sein Sohn Giuseppe brachte den Auftrag zum Abschluss und fertigte 1786 das Manuskript darüber an, in dem jeder Zeichnung eine schriftliche Beschreibung in Form einer Legende gegenübersteht. Zu Anfang zeigt Valadier das Giessereigebäude (2v-7r), dann in fast photographischem Detailreichtum und leuchtenden Farben den Prozess der Glockenherstellung in der Technik der falschen Glocke und den Bronzeguss (8v-21r). Schliesslich wird die fertige Glocke (22v-23r) auf einem hölzernen Schlitten durch die Strassen von Rom transportiert (24v-25r), um von Papst Pius VI. geweiht zu werden (26v-27r). – Die Handschrift wurde 1948 in Bern erworben. (ruh)

Online seit: 08.10.2015

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 14
Papier · 1 + 127 + 1 ff. · 28.5 x 20.5 cm · Italien · vor 1828
L’architettura pratica

Die Handschrift des italienischen Architekten und Städtebauers Giuseppe Valadier (1762-1839) bildet höchst anschaulich unterschiedlichste Aspekte von Architektur und Technik ab. Sie umfasst 127 Tafeln mit in leuchtenden Farben kolorierten Federzeichnungen (Tav. CI bis Tav. CCXXXV, etliche Tafeln fehlen), die vor 1828 entstanden sind. Thematisch sind die Tafeln teilweise nach Werkstoffen gruppiert (z.B. Holz fol. 1r-8r, Eisen fol. 9r-24r, Kupfer fol. 25r-31r, Bronze fol. 32r-58r), teilweise nach Themen des Bauens (z.B. Konstruktion von Mauern fol. 103r-117r). Die Zeichnungen dienten als Vorlagen für einen Teil der insgesamt rund 320 Tafeln in den beiden Tafelbänden von Valadiers Werk „L’architettura pratica dettata nella scuola e cattedra dell’insigne Accademia di San Luca“, das 1828-33 in Rom gedruckt wurde und auf Vorlesungen basiert, die er an der Accademia di San Luca in Rom gehalten hatte. Die Nummerierung der Tafeln in der Handschrift und im Druckwerk stimmen überein. – Die Handschrift wurde 1956 in Italien erworben. (ruh)

Online seit: 08.10.2015

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 20
Pergament · 100 ff. · 23.5 x 17.5 cm · Italien · letztes Drittel des 13. Jahrhunderts
Aristoteles-Albertus-Magnus-Handschrift

Die Handschrift des 13. Jahrhunderts besteht aus drei Teilen. Der erste Teil enthält aristotelische und pseudo-aristotelische Werke in lateinischen Übersetzungen. Im zweiten Teil folgt auf 'De mineralibus' 'De natura loci' von Albertus Magnus. Der dritte Teil besteht aus dem Kommentar von Michael Scotus zum Werk von Johannes de Sacrobosco über die Himmelssphären, einem anonymen Kommentar zur Arithmetik des Boethius und dem Kommentar von Averroes zu 'De longitudine et brevitate vitae' von Aristoteles. Die Handschrift zählt zu den qualitativ hochstehenden Stücken der italienischen profanen Buchproduktion aus dem letzten Drittel des 13. Jahrhunderts und zu den frühen illuminierten Aristoteleshandschriften. (pil)

Online seit: 24.03.2006

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 23
Papier · 208 pp. · 17-18 x 21.5-22 cm · 1856-1857
H. [Hermann] Wedding, Über die Freiberger Hütten; Freiberger Hütten Proceße. Abschrift nach einem Hefte des H. Th. [Hieronymus Theodor] Richter; H. [Hermann] Wedding, Verschiedene Notizen

Bei der vorliegenden Handschrift handelt es sich um ein Konvolut von Notizen, die der spätere Professor für Eisenhüttenkunde an der Berliner Bergakademie, Hermann Wedding (1834-1908) bei Besuchen der Freiberger Hütten (Sachsen) 1856/57 zusammengestellt hat. Die Notizen entstanden während seines Studium an der Bergakademie Freiberg. Gegenstand der Notizen sind zum einen seine eigenen Beobachtungen zu den Verfahren auf verschiedenen Silber- und Bleihütten in der Umgebung von Freiberg. Die Notizen enthalten zum anderen auch Abschriften einschlägiger wissenschaftlicher Publikationen zu den metallurgischen Verfahren, die in Freiberg angewendet wurden. (ham)

Online seit: 14.12.2017

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 24
Papier · 98 pp. · 17.5 x 20.5 cm · 1858
H. [Hermann] Wedding, Reise durch Thüringen, Bayern, Saarbrücken, Lothringen, Rhein, Westphalen

Das vorliegende Reisetagebuch führte der spätere Professor für Eisenhüttenkunde, Hermann Wedding (1834-1908) während einer Studienreise im August und September 1858. Zu dieser Zeit war er Student an der Freiberger und Berliner Bergakademie. Ziel der Reise waren die Mitte des 19. Jahrhunderts neu entstehenden Zentren der deutschen Montanindustrie, insbesondere das Saar- und das Ruhrgebiet. Weddings tägliche Einträge dokumentieren seine Besuche in Kohlezechen, Hüttenwerken und metallverarbeitenden Betrieben. Darin beschrieb er die Betriebsanlagen und Produktionsverfahren der besuchten Werke. In dem Tagebuch spiegelt sich ein ausgesprochen breites naturwissenschaftliches Interesse an den jeweiligen geologischen Verhältnissen wider, in das die Betriebsbeschreibungen eingebettet sind. (ham)

Online seit: 14.12.2017

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 25
Papier · 328 + 48 pp. · 17-18.5 x 21-23.5 cm · 1860-1862
Hermann Wedding, Metallurgisches Reisetagebuch durch Deutschland, Belgien und England

Das Manuskript dokumentiert mehrere Reisen des späteren Professors für Eisenhüttenkunde, Hermann Wedding (1834-1908), nach Großbritannien in den Jahren 1860 und 1862. Wedding unternahm die Reisen als Referendar der preussischen Bergverwaltung. Auf dem Weg über Belgien nach Grossbritannien schrieb er in täglichen Einträgen seine Beobachtungen zu Betriebsanlagen und Produktionsverfahren auf Hüttenwerken und Bergbaubetrieben nieder. Zu den beschriebenen Werken gehörten die Eisenhütte in Seraing (Belgien), die Hüttenwerke in Südwales, die Mitte des 19. Jahrhunderts als besonders fortschrittlich galten, und die ersten Stahlwerke, die mit dem Bessemerverfahren arbeiteten. In den Tagebucheinträgen spiegelt sich auch die Vernetzung Weddings in der zeitgenössischen Fachcommunity wider.  (ham)

Online seit: 14.12.2017

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 28
Papier · 1 + 67 + 1 ff. · 21.5 x 15 cm · Südfrankreich · 1421
Registre manuscrit, contenant plus de 70 actes notariés, concernant Bollène, Département Vaucluse

Die Papierhandschrift enthält Abschriften von 70 notariellen Urkunden, die einen Bezug zur Stadt Bollène im südfranzösischen Departement Vaucluse haben. Thematischer Schwerpunkt sind Hammerschmieden. – Die Handschrift wurde 1955 in Paris erworben. (ruh)

Online seit: 08.10.2015

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Schlatt, Eisenbibliothek, Mss 30
Pergament · 2 + 102 + 2 pp. · 20 x 16 cm · ca. 1700
Belli Esperimenti Sopra li Metalli e Minerali Scritti e Mandati Alla Maesta Cesarea del Imperatore Leopoldo Da Giouanni Baptista Coene Di Passauia Pho.

Die um 1700 entstandene Papierhandschrift nennt im Titel Kaiser Leopold (I., reg. 1658-1705). Die Identität des als Verfasser genannten Giovanni Baptista Coene aus Passau bleibt im Dunkeln, über ihn liegen keine weiteren Informationen vor. – Die Namen von Metallen und anderen Stoffen, mit denen Coene Experimene anstellt, sind im Text nicht ausgeschrieben, sondern durch alchemistische Symbole dargestellt (Planetenzeichen etc.). Da sie in grosser Zahl vorkommen, ist der Text nicht ohne weiteres les- und verstehbar. Auf die Verwurzelung des Manuskripts in der Alchemie verweist auch, dass sich Coene auf Paracelsus (1493/94-1541) bezieht, z.B. im kurzen letzten Kapitel mit der Überschrift „Che cosa il Balsamo Samech di Paracelso“ (S. 101-102), und das „Testamentum“ nennt (S. 99-100), als dessen Verfasser Coene noch Raimundus Lullus (1232/33-1315/16) angibt, das heute aber zu den pseudo-lullischen Schriften gerechnet wird. – Innerhalb der Kapitel sind die einzelnen Absätze durchnummeriert, im letzten Viertel der Handschrift scheint diese Nummerierung erst nachträglich hinzugefügt worden zu sein (S. 81-102). Zum Ende der Handschrift ist die Paginierung offensichtlich fehlerhaft (anstelle von S. 70 ff. muss es richtig heissen S. 97 ff.). – Die Handschrift wurde 1952 in Italien erworben. (ruh)

Online seit: 08.10.2015

Dokumente: 111, angezeigt: 61 - 80