Diese armenische Handschrift wurde im Jahr 1606 in der Kirche des hl. Nikoghayos in Istanbul geschrieben. Sie enthält die vier Evangelien, die Apocalypse des hl. Johannes und einen Index der Evangelien, der von einem anderen Schreiber im gleichen Jahrhundert für den liturgischen Gebrauch geschrieben wurde. Der silberne Einband wurde wahrscheinlich ein Jahrhundert nach der Niederschrift der Handschrift geschaffen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Illuminationen der Kanontafeln, die gemäss dem Text des "Kommentars der Kanontafeln" von Stepanos Syunetsi (8. Jh.) gemalt wurden, in dem der Autor ausführlich die tierischen, floralen und geometrischen Motive sowie den Symbolismus der Zahlen und Farben einer jeden Kanontafel erläutert. Der Maler interpretierte die Symbole und Motive, die in allen zehn Kanontafeln benutzt wurden, indem er die Erklärungen jeweils darunter platzierte.
Online seit: 19.03.2015
Das zweigeteilte Processionale vereint Gesänge, Texte und Anweisungen für klösterliche Prozessionen im Jahreskreis. Der erste, reich illuminierte Teil mit Szenen aus dem Leben Christi entstand im südlichen Bodenseeraum im späten 15. Jahrhundert, wohl im Umfeld der Konstanzer Malerfamilie Murer. Der zweite Teil wurde 1606 im Dominikanerinnenkloster St. Katharinental (TG) verfasst und enthält deutsch-lateinische Prozessionsordnungen, Jahrzeiten und Begräbnisriten, die auf die lokale Praxis des Konvents abgestimmt sind.
Online seit: 19.03.2020