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            <title>Chronik des Klosters Fischingen</title>
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            <edition>Elektronische Version nach TEI P5.031</edition>
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               <resp>Konvertierung nach TEI: <persName>Torsten Schaßan</persName>
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               <name>e-codices - Virtual Manuscript Library of Switzerland</name>
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            <publisher>e-codices - Virtual Manuscript Library of Switzerland</publisher>
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               <licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">
                  <p>Creative Commons Attribution 3.0 Unported (CC BY 3.0)</p>
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                  <settlement>Frauenfeld</settlement>
                  <repository>Kantonsbibliothek Thurgau</repository>
                  <idno>Y 102</idno>
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                  <title>Chronik des Klosters Fischingen</title>
                  <origPlace>Kartause Ittingen</origPlace>
                  <origDate notBefore="1619" notAfter="1649">um 1634</origDate>
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                     <locus from="1r">Bl. 1r</locus>
                     <note>Der angegebene Titel:</note>
                     <title>Auff unnd Zunemmen Unser Lieben Frauwen Maria und Sant Idden Wittben Gottshaus zu Vischingen im Turgow gelegen: Auch was sich bey iedes Abbts Regierung Zeyten zuo getragen: und in glückh auch unglückh verloffen. Name seinen Anfang umb das 910 Jar, und was zu for <gap/>
                     </title>
                     <decoNote>
                        <p>Darunter: Kolorierte Federzeichnung mit den Kirchenpatroninnen von <placeName>Fischingen</placeName>, der Gottesmutter mit ihrem Kind und der heiligen Idda. Dazwischen das Wappen des <persName>Klosters Fischingen</persName> mit den <heraldry>zwei gegenläufig orientierten Fischen, darüber die Mitra mit eingelegtem Abtsstab</heraldry>. Die heilige Idda ist als Klausnerin dargestellt, mit einem Pilgerstab in der rechten Hand. In der Linken trägt sie ein Buch, wohl die Bibel. Darauf liegt der Ring, der Anlass zu ihrer Verstossung durch ihren Gemahl, <persName>Graf Diethelm</persName>, geboten hat. Der Legende nach wurde der Ring, als Idda ihn bei der morgendlichen Toilette auf ein Fensterbrett legte, von einer Elster gestohlen und in ihr Nest gebracht. Ein Jäger des Grafen fand ihn und steckte ihn an seinen Finger. Als der Graf den Ring an der Hand des Jägers erblickte, glaubte er, seine Gattin habe ihn mit diesem betrogen und stürzte sie von der Höhe seiner Burg herab. Wie durch ein Wunder Gottes blieb sie jedoch unverletzt. Als der Irrtum sich aufklärte, und der Graf seine Gattin wieder lebend fand und sie bat, zu ihm zurückzukehren, ging sie auf diese Bitte nicht ein, sondern bat ihn, ihr bei der Höhle, in der sie gelebt hatte, neben der Kirche in Au eine Klause zu errichten. Von da ging Idda jeden Morgen nach <placeName>Fischingen</placeName> in die Messe, wobei ihr ein Hirsch, der auf seinem Geweih 12 Kerzen trug, voran leuchtete. Dadurch erklärt sich der Hirsch als zweites Attribut der heiligen Idda.</p>
                     </decoNote>
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                        <note>Unter der blau kolorierten Federzeichnung findet sich ein lateinisches Zitat aus dem Hohen Lied (H.L. 2, 16f.), das übersetzt lautet: <quote>Mein Geliebter ist mein und ich bin sein. Er weidet unter Lilien, bis der Tag anbricht und die Schatten weichen.</quote>
                        </note>
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                     <locus from="1v" to="2v">pp. 1v-2v</locus>
                     <note>Geographische Lage des <placeName>Klosters Fischingen</placeName> und Stiftung eines Gotteshauses zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria im Jahre <date>910</date> durch die <persName>Grafen von Toggenburg</persName> an der Stelle des späteren Klosters mit deren unkolorierten Wappen sowie Erwähnung der ersten vier Pröpste von <placeName>Fischingen</placeName> mit zwei unkolorierten Wappen, von denen eines <persName>Adelbert von Wangen</persName> und das andere <persName>Albert von Trungen</persName> gehört.</note>
                  </msItem>
                  <msItem>
                     <locus from="2v" to="18v">pp. 2v-18v</locus>
                     <note>Geschichte des Klosters <placeName>Fischingen</placeName> von <date>1029 - 1629</date>, die mit einem nicht näher identifizierbaren <persName>Abt Werner</persName> beginnt und bis zu <persName>Abt Placidus Brunschwiler</persName> reicht, mit unkolorierten Wappen des <placeName>Klosters Fischingen</placeName> und seiner Äbte.</note>
                     <msItem>
                        <note>Dazwischen <locus from="11r" to="12ar">Bl. 11r - 12ar</locus> Liste der Wohltäter und Stifter des <placeName>Klosters Fischingen</placeName> mit ihren unkolorierten Wappen sowie die Wappen einzelner zur Zeit Fischingens regierender Päpste mit dem einleitenden Text: <quote>Hernach volgend der Stiftern, Gutthettern, und umbligenen Adels Personen Wappen, und Namen, so eins Gottshaus Vischingen gehulffen stiften und euffnen: auch mehrer theil ihr Begrabtnus darinnen genommen und begraben worden.</quote>
                        </note>
                     </msItem>
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                  <msItem>
                     <locus from="V4-2">Faltblatt:</locus>
                     <decoNote>Das der Handschrift vorgebundene Faltblatt enthält eine Federzeichnung mit der Ansicht des <placeName>Klosters Fischingen</placeName> vom <date>IV. November 1634</date>, wie einem Schriftband an der oberen rechten Ecke der Zeichnung zu entnehmen ist. Die Vedute zeigt den baulichen Zustand des Klosters nach den Erweiterungsbauten von <persName>Abt Christoph Brunner</persName> im Jahre <date>1577</date> und kurz vor dem Umbau durch <persName>Abt Placidus Brunschwiler</persName> im Jahre <date>1635</date>. <persName>Albert Knoepfli</persName> vermutet, dass die Federzeichnung mit der Vedute des Klosters <placeName>Fischingen</placeName> von der Hand des Winterthurer Glasmalers <persName>Hans Jeggli</persName> stammt, der <date>1623</date> eine Vedute des <placeName>Dominikanerinnenklosters St. Katharinental</placeName> gezeichnet haben soll.</decoNote>
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                           <p><measure type="written">254 x 170 mm</measure>, einspaltig, 44-50 Zeilen</p>
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                        <p><locus from="Vorderseite">Papier</locus> über Pappe, blaugrün gesprenkelt, <date>19. Jh.</date></p>
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                     <note>Bemerkungen zu Autor und Werk:</note>
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                     <p>Der Verfasser der Handschrift, <persName role="author" key="pnd_104349468">Heinrich Murer</persName>, eigentlich Johann Heinrich, wurde am <date>2. März 1588</date> in <placeName>Baden</placeName> (Kanton Aargau) geboren. Er stammte aus einer Badener Familie. Seine Mutter, <persName>Salome Bodmer von Baden</persName>, heiratete in zweiter Ehe <date>1592</date> den <persName>Ritter, Alt-Schultheissen und Bannerherrn Ludwig Pfyffer von Altishofen aus <placeName>Luzern</placeName></persName>, der indessen schon <date>1594</date> starb. Murer wuchs in <placeName>Luzern</placeName> auf. Er wird überall als <quote rend="german">civis Lucernensis</quote>, <term>Bürger von Luzern</term>, erwähnt und bezeichnet sich selbst in seinen Büchern so, ist aber im Luzerner Bürgerbuch nicht erwähnt. Murer besuchte zuerst die <placeName>Jesuitenschule in Pruntrut</placeName>, wohl um die französische Sprache zu erlernen. Nach Abschluss der Schule studierte er Philosophie in <placeName>Paris</placeName>. Hier kam es offenbar auch zu ersten Kontakten mit dem Kartäuserorden. Die Ermordung des französischen <persName>Königs Heinrich IV.</persName> veranlasste ihn zur Rückkehr in die Schweiz. <date>1611</date>, noch in <placeName>Luzern</placeName>, begann er, ein Verzeichnis der Schweizer Heiligen anzulegen. <date>1614</date> trat er in den <placeName>Kartäuserkonvent Ittingen</placeName> ein, wo er am <date>28. Februar 1638</date> starb.</p>
                     <p>Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist anzunehmen, dass Murer sich bei seiner Niederschrift der Geschichte des <placeName>Klosters Fischingen</placeName> auf die Angaben von <persName>Jakob Bucher</persName> stützt, der aus Fischingen stammte, <date>1600</date> seine Profess ablegte und am <date>7. April 1648</date> starb. Er hatte ebenfalls eine Chronik dieses Klosters verfasst. Sie wurde zwischen dem <date>15. September 1627</date> und dem <date>14. September 1628</date> vollendet und stimmt in der Angabe der ersten Äbte genau mit der Reihenfolge von Murer überein.</p>
                     <p>Die Chronik des <placeName>Benediktinerklosters Fischingen</placeName> ist nur eine von rund zwanzig anderen Chroniken von Klöstern, Abteien und Bistümern, die Murer während seiner Ittinger Zeit (<date>1614-1638</date>) verfasst hat, und die in der Kantonsbibliothek Thurgau aufbewahrt werden. Sie waren alle gedacht als Vorarbeiten zu einem umfassenden Werk, das eine Geschichte und Beschreibung aller Bistümer, Stifte und Klöster enthalten und den Namen <term>Theatrum Ecclesiasticum Helvetiorum</term>, <term>Geistlicher Schauplatz Helvetiens</term>, tragen sollte. Murers früher Tod im Jahre <date>1638</date> machte dieses Vorhaben zunichte. Alle Chroniken sind ähnlich aufgebaut: Sie zeigen auf dem Titelblatt die Schutzheiligen der betreffenden Klöster, zum Teil mit deren Attributen. Ein Faltblatt im Inneren der Handschrift enthält eine Ansicht der verschiedenen Gebäulichkeiten der jeweiligen Klöster. Dazwischen steht in Murers kleiner, zierlicher Schrift die Legende zu den einzelnen Bauten.</p>
                     <p>Murers Hauptwerk, die <term>Helvetia Sancta</term>, eine Lebensbeschreibung der Schweizer Heiligen, erschien erst <date>1648</date>, also zehn Jahre nach Murers Tod, bei <persName>David Hautt</persName> in <placeName>Luzern</placeName>. Es enthält ebenfalls kolorierte Federzeichnungen, wahrscheinlich von der Hand des Konstanzer Bildhauers und Malers <persName>Hans Asper</persName>.</p>
                  </origin>
                  <provenance>
                     <p>Die Handschrift Murers mit der Chronik des Klosters Fischingen ist nach ihrer Fertigstellung <date>um 1634</date> wie die anderen Chroniken, die für das <term>Theatrum Ecclesiasticum Helvetiorum</term> vorgesehen waren, in der <placeName>Kartause Ittingen</placeName> geblieben. Vermutlich ist sie erst nach der Aufhebung der thurgauischen Klöster im Jahre <date>1848ff.</date> in die Kantonsbibliothek Thurgau gelangt, wo sie wahrscheinlich auch gebunden wurde.</p>
                  </provenance>
               </history>
               <additional>
                  <adminInfo>
                     <recordHist>
                        <source>
                           <bibl type="not_for_e-codices">Beschreibung von Marianne Luginbühl und Heinz Bothien, Kantonsbibliothek Thurgau, Frauenfeld, <date>2007</date>.</bibl>
                        </source>
                     </recordHist>
                  </adminInfo>
                  <listBibl>
                     <listBibl>
                        <head>Literaturverzeichnis: (chronologisch)</head>
                        <bibl><hi rend="small-caps">Kuhn</hi>, Konrad: Thurgovia Sacra : Geschichte der thurgauischen Klöster. Bd. II. Erste Lieferung: Fischingen / Konrad Kuhn. Frauenfeld 1879.</bibl>
                        <bibl><hi rend="small-caps">Meyer von Knonau</hi>, Gerold: Heinrich Murer, in: ADB 23 (1886), S. 60.</bibl>
                        <bibl><hi rend="small-caps">Meier</hi>, Gabriel: Der Karthäuser Heinrich Murer und seine Schriften / Gabriel Meier. Stans 1900 (SA: Der Geschichtsfreund ; Bd. 55), S. 1-38.</bibl>
                        <bibl><hi rend="small-caps">Henggeler</hi>, Rudolf: Professbuch der Benediktinerabteien Pfäfers, Rheinau, Fischingen / Rudolf Henggeler. Einsiedeln 1933, S. 403-515.</bibl>
                        <bibl><hi rend="small-caps">Knoepfli</hi>, Albert: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Bd. II: Der Bezirk Münchwilen / von Albert Knoepfli, Basel 1955, S. 63-226.</bibl>
                        <bibl><hi rend="small-caps">Früh</hi>, Margrit: Die Vorzeichnungen von Hans Asper (d.J.) zu Heinrich Murers <term>Helvetia Sancta</term> in der Kantonsbibliothek Frauenfeld / von Margrit Früh. (SA: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte Bd. 45 (1988), S. 179-206.</bibl>
                        <bibl><hi rend="small-caps">Luginbühl</hi>, Marianne: Die Bibliothek des Klosters Fischingen in der Barockzeit und heute / Marianne Luginbühl, in: Barockes Fischingen. Katalog [der] Ausstellung zum Abschluss der Restaurierungsarbeiten am Kloster Fischingen 1980-1991, Fischingen 1991, S. 93-123.</bibl>
                     </listBibl>
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