Handschrift in dieser Sammlung wählen: B26  S54 S58  S58  80/80
Standortland:
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Schweiz
Ort:
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Zürich
Bibliothek / Sammlung:
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Braginsky Collection
Signatur:
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S58
Handschriftentitel:
Handschriftentitel
Megilla Ester (מגילת אסתר) / Esther Rolle
Schlagzeile:
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Pergament · 1 f. · 20.2 x 702 cm · Indien · um 1900
Sprache:
Sprache
Hebräisch
Kurzcharakterisierung:
Kurzcharakterisierung
Diese Esther Rolle, die in einzigartiger Weise indische und westliche Traditionen verbindet, enthält zwanzig kunstvoll illustrierte, die Textfelder flankierende Felder. Der Vorbeter wird umgeben von Fez tragenden Männern und Trommeln haltenden Kindern dargestellt. Mit den Trommeln soll jeweils der Name Hamans übertönt werden. In einem separaten Bereich mit der Inschrift ezrat nashim (Frauenabteilung) sind fünf Frauen abgebildet. Die Figuren in der Schriftrolle werden mit einer Mischung von zeitgenössischer westlicher und indischer Kleidung dargestellt, oft auch in ähnlich vermischt gezeichneten Innenräumen. Einige der Frauenfiguren, gelegentlich auch Esther, tragen das hinduistische bindi-Zeichen auf der Stirn. Diese Rolle kommt aus der Sammlung der bedeutenden jüdischen, aus Bagdad stammenden Familie Sassoon und war wahrscheinlich für ihren privaten rituellen Gebrauch bestimmt. Die Verschmelzung von jüdischen kalligraphischen Traditionen und indischen Gestaltungsformen widerspiegelt die tiefe Verwurzelung der Sassoon-Familie im kulturellen Leben Indiens. (red)
DOI (Digital Object Identifier):
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10.5076/e-codices-bc-s-0058 (http://dx.doi.org/10.5076/e-codices-bc-s-0058)
Permalink:
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http://e-codices.unifr.ch/de/list/one/bc/s-0058
IIIF Manifest URL:
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Wie zitieren:
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Zürich, Braginsky Collection, S58: Megilla Ester (מגילת אסתר) / Esther Rolle (http://e-codices.unifr.ch/de/list/one/bc/s-0058).
Online seit:
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20.12.2016
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e-codices · 29.11.2016, 14:39:41

This scroll combines Indian and Western traditions in a unique way. Twenty elaborately illustrated panels flank the text columns. The first image is distinctive in its depiction of a contemporary reading of the megillah. The artist rendered how
the scroll is folded over to look like a letter during the public reading, in accordance with the rabbinic dictum. The reader is shown surrounded by men wearing fezes and children holding drums used as noisemakers to drown out the name of Haman.
A group of five women is portrayed in a separate space above labeled ezrat nashim (women’s section). The initial images relating to the text are illustrations of Esther 1:10–14. In the first, Ahasuerus orders his seven eunuchs, dressed in military uniform, to bring Vashti before him. In the second, the king and his seven highest-ranking advisors determine the fate of his disobedient queen. In these two scenes, and throughout the work, the name of each figure has been inscribed by the artist. The figures are depicted in a mixture of contemporary, Western and non-Western clothing, and often are seated in interiors that portray a similar blend of furnishings. Some of the women, including Esther at times, are shown with a bindi on their foreheads. The depiction of some of the episodes is notably different from that found in illustrated megillot produced in Europe. This is evident in scenes in which the vengeance of the Jews on their enemies is portrayed. In Western manuscripts the victors frequently were shown standing on the dead and dying, a convention of medieval origin. In this scroll, however, the bodies have had their limbs severed or have been decapitated. Also rarely depicted in Western art, and not part of the biblical story, is a scene in which Haman is shown having his beard pulled to humiliate him before his execution. This scroll, which comes from the collection of the eminent Sassoon family, was most likely created for their personal use. Originating in Baghdad, members of the Sassoon dynasty relocated to Bombay in 1832 and rose to financial, cultural, and religious prominence in the nineteenth century. The melding of Jewish scribal traditions and Indian artistic design reflects the Sassoon family’s deep involvement in the cultural life of India.

A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 274.

e-codices · 29.11.2016, 12:27:14

Westliche und östliche Traditionen sind in dieser Megilla auf einzigartige Weise ineinander verwoben. Sie stammt aus der Sammlung der bedeutenden Familie Sassoon und diente einst dem privaten rituellen Gebrauch. Ursprünglich in Bagdad beheimatet, zogen 1832 einige Mitglieder der Sassoon-Dynastie nach Bombay und erlangten dort bald wichtige Positionen im Finanzsektor, in Kultur und Religion. Die Verschmelzung von jüdischen kalligrafischen Traditionen und indischen Gestaltungsformen in dieser Megilla widerspiegelt die tiefe Verwurzelung dieses Zweigs der Sassoon-Familie im kulturellen Leben Indiens.Bildfelder und Textkolumnen wechseln sich über die gesamte Rolle hinweg regelmässig ab. Das erste Bild gibt ein sehr ungewöhnliches Motiv wieder: Es zeigt einen durch seine auffallende Körpergrösse hervorgehobenen Vorbeter, der die Megilla für die Lesung – gemäss einer rabbinischen Weisung – wie einen Brief faltet. Sein Haupt ist mit einem Turban bedeckt, während die übrigen männlichen Figuren einen Fez mit Bommel tragen. Das Männerpaar im Vordergrund hält die beiden Enden einer Megilla in Händen. Die Knaben im Hintergrund machen jedesmal, wenn im Text des Buches Esther der Name Hamans erwähnt wird, mit ihren Trommeln Lärm. In einem separaten Bereich mit der Inschrift esrat naschim («Frauenabteilung») sind fünf Frauen zu sehen.Die Illustrationen zu den Anfangspassagen der Esther-Geschichte zeigen Ahasverus, wie er seinen sieben in Uniformen gekleideten Eunuchen befiehlt, Waschti herbeizurufen, und dann mit seinen sieben höchsten Ratgebern das Schicksal der ungehorsamen Königin berät. Sämtliche Figuren sind mit Namen gekennzeichnet. Ihre Kleidung ist teils westlich, teils indisch. Einige MegillotFrauenfiguren, gelegentlich auch Esther, tragen das hinduistische bindi-Zeichen auf der Stirn. Einige Darstellungen weichen beträchtlich von den Bildern in europäischen Megillot ab. Besonders auffallend sind die Szenen, in denen die Juden sich an ihren Feinden rächen. Einer mittelalterlichen Bildtradition folgend, stehen in den europäischen Rollen die Sieger häufig über den Toten und Sterbenden. Hier sind sie inmitten von abgeschlagenen Köpfen und Körpern ohne Gliedmassen dargestellt. Ebenfalls ohne Parallele im Westen und ausserdem ohne Bezug zum Bibeltext ist die Szene, in der ein Gefolgsmann des Königs Haman vor dem Gehängtwerden am Bart packt und ihn dadurch erniedrigt.

Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S.308.

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A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 274

Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S.308.

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