Kurzcharakterisierung:Neben den täglichen Gebeten enthält diese Handschrift auch kabbalistische Kommentare und Kawwanot
(mystische Hingabe). In der kabbalistischen Schule von Safed
(Obergaliläa) wurde dem mystischen Aspekt des Gebetes als dem
"Instrument für einen mystischen Aufschwung der Seele zu den Höhen der
Gottheit" eine wichtige Rolle beigemessen. Als Verfasser dieser
Gebetsbücher gilt Isaak ben Salomon Luria (1534-1572). Die Handschrift
beginnt mit einer unvollendeten Titelseite,
die einen dekorativen Blütenrahmen in rot, gelb und grün, jedoch keinen
Text enthält. In diesem bunten, ornamentalen Rahmen befindet sich die
Inschrift "Samuel ha-Kohen, Vorsänger in Broda", der entweder der Kopist
oder der Auftraggeber war. Die Handschrift war Teil der Sammlung von
Naphtali Herz van Biema (1836-1901), ein Sammler aus Amsterdam, dessen
Bücher 1904 versteigert wurden. Viele dieser Bücher waren zuvor im
Besitz der Familie seiner Frau gewesen, eine Familie prominenter,
orthodoxer Philanthropen und Bibliophilen, bekannt als die Amsterdamer
Lehren Familie.(red)
Online seit: 13.10.2016
Zürich, Braginsky Collection, B57
Papier · 223 ff. · 20.6 x 15 cm · Ungarisch-Brod (Mähren) · zwischen 1673 und 1683
<i>Siddur</i> nach dem sepharadischen Ritus (<i>Nussah Sefarad</i>)
Wie zitieren:
Zürich, Braginsky Collection, B57, Vorderseite – <i>Siddur</i> nach dem sepharadischen Ritus (<i>Nussah Sefarad</i>) (https://www.e-codices.ch/de/list/one/bc/b-0057)