Kurzcharakterisierung:Vergleichsweise (zu den Codices 560, 562 und 564) schlichte Abschrift der Lebensgeschichte der St. Galler Hausheiligen Gallus und Otmar, verfasst vom Reichenauer Abt und Gelehrten Walahfrid Strabo, geschrieben im 10. Jahrhundert im Kloster St. Gallen.(smu)
Standardbeschreibung: Scarpatetti Beat Matthias von, Die Handschriften der Stiftsbibliothek St. Gallen, Bd. 1: Abt. IV: Codices 547-669: Hagiographica, Historica, Geographica, 8.-18. Jahrhundert, Wiesbaden 2003, S. 82-83.
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Zusätzliche Beschreibung: Scherrer Gustav, Verzeichniss der Handschriften der Stiftsbibliothek von St. Gallen, Halle 1875, S. 185.
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Online seit: 21.12.2009
St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 572
Pergament · A, B + 140 + Y, Z pp. · 19 x 14.5 cm · St. Gallen · 10. Jahrhundert
Vita S. Galli, S. Othmari
Wie zitieren:
St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 572, p. 127 – Vita S. Galli, S. Othmari (https://www.e-codices.ch/de/list/one/csg/0572)
Scarpatetti Beat Matthias von, Die Handschriften der Stiftsbibliothek St. Gallen, Bd. 1: Abt. IV: Codices 547-669: Hagiographica, Historica, Geographica, 8.-18. Jahrhundert, Wiesbaden 2003, S. 82-83.
Handschriftentitel: Walahfrid Strabo, Viten der hll. Gallus und Otmar
Entstehungsort: [St. Gallen]
Entstehungszeit: 10. Jh.
Frühere Signatur:
S. n. 442
Beschreibstoff:
Pergament
Ziegenpergament von unregelmässiger Qualität, partienweise löchrig, passim mit grüner Seide genäht.
Umfang:
A,B + 140 + Y,Z Seiten
Format: 19 x 14,5
Seitennummerierung: Bleistiftpaginierung I.v.A., überspringt nach p. 107 zwei Seiten.
Lagenstruktur:
Quaternionen. Zeitgenössische Lagennummerierung VII-XV, für den ganzen Band, daher das Vorliegende offenbar zweiter Teil eines früheren Ganzen (s. u. Einband, 18. Jh.), der erste Teil der Lagen [I-VI] ist nirgends nachzuweisen; cf. die röm. Lagennummerierung mit schwarzer Time, jeweils auf dem Verso des letzten Blatts der Lage; nicht sichtbar die Nr. VIII und X, fehlend die Nr. XIII. In der Lage Nr. X, p. 49-64 zwei halbe Bogen statt eines ganzen, eingehängt nach p. 52 und 58, ebenso in der nachfolgenden Lage Nr. XI, dort ist es der innerste. In der Lage Nr. XIV, nach p. 104, ein Bogen halb beschnitten.
Zustand: Teil II starke Benutzungsspuren und Eingriffe (Nachziehen, Korrekturen) passim.
Seiteneinrichtung:
Teil 1: p. 1-108, einspaltig 13 x 9, 24 Z. Blindlinierung, Zirkellöcher.
Teil II: p. 109-140, einspaltig 13 x 9, 24 Z. Blindlinierung, Zirkellöcher.
Schrift und Hände:
Teil I: Hübsche, konzise Carolina des St. Galler Typs, partienweise regelmässig, partienweise leicht variierend (cf. p. 23), von einer Hand des 10. Jhs.
Teil II: Steifere, partienweise eng geschriebene, zeitlich spätere Carolina von einer Hand des 10./2 Jhs.
Buchschmuck:
Teil I: Titel in roter Capitalis und Rustica, schwarze Rustica auch für die 1. Zeile jeden Kapitels.
Rote Init. orn. mit Blatt- und Rankenwerk p. 1, 9, 64, flüchtige Ausführung oder noch nicht vollendet.
Teil II: Titel in roter Capitalis, Unziale und Rustica (cf. p. 111), in schwarzer Rustica auch die Anfangszeilen der Kapitel.
Init. orn. p. 109, 111, 127, ähnlich denjenigen im Teil I, jedoch gelb grundiert, wie auch passim die Titelzeilen, Ansätze zu grüner Kolorierung, cf. p. 109.
Spätere Ergänzungen: Teil I: Eine ungelenke Hand des 11. Jhs. vermerkt am Schluss des Teils I, p. 108: OBSERAMUS [?] Jncipit regula sancti Galli scilicet vita sancti galli, verkleckert, anschliessend radiert.
Teil II: Eine Hand des 15. Jhs., die auch zu den retouchierenden gehört, schreibt eingangs p. 109: Prefatio in vitam sancti othmari abbatis.
Einband: Einband 18. Jh., rotbraunes Halbleder und rosa Papier auf Karton, die papierenen Vorsatzblätter aus litg. Frühdruck, schwarz/rot, (Missale). Auf vorderem Spiegel Notizen zur Hs. von I.v.A. und Carl Greith.
Inhaltsangabe:
Spiegelblatt vorne
Notiz von I. v. A, mit Zusatz Carl Greiths.
Vita SS. Galli et Otmari Codex mutilus …–…
eius ommitat.
Anschliessend Greith:
Edita extat …–…
C. G. 1833
A,
B
Fragment aus liturgischem Frühdruck (Missale).
Der Hymnus ist Walahfrid, Carmina 78, Rep. Hymn. Nr. 13372;
Schaller/Könsgen, Initia (1977), Nr. 10971;
MGH Merov. 4 (1902), p. 283 und Poet. 2 (1882), p. 417, beide ohne unsere Hs. Vide Codd. 560, p. 19; 564, p. 11 f.;
Die Vita ist BHL 3247-3249;
Ed. G. Meyer Von Knonau, in: MVG St. Gallen 12 (1870), p. 1-93;
MGH Merov. 4 (1902), p. 280-337, unsere Hs. p. 245 als 5b von 37;
Berschin, Gallus (1975), p. 266-275;
Duft, Gallus und Otmar (21990), p. 9-13. Vide Codd. 562, p. 2-93 (mit weiterer Lit.); 560, 8-259; 564, 4-162.
109-140
[Walahfrid/Iso]:
Vita et miracula sancti Othmari
(127-140)
[Iso monachus: ]Liber secundus: Miracula
… vel cur panem eatenus sibi denegatum …
// bricht (in Schlusspartie) ab.
BHL 6386f.: Ed. I. von Arx. In: MGH SS 2 (1829), p. 40-54, unsere Hs. p. 40 erw.;
G. Meyer von Kronau in: MVG St. Gallen 12 (1870), p. 94-128, Z. 17, nach der (zu vermutenden) Vorlage Cod. 562 (s. u.), vgl. auch p. XI: Verweis auf einige Varianten und eine fehlende Passage unserer Hs.;
Ed. lat./dt. Duft, St. Otmar (1959), neu in: Abtei II (1991), p. 40-46;
Pörnbacher, Vita Fridolini (s. Cod. 598), Reg. p. 339;
Scherrer, Verzeichniss (1875), p. 185. Vide Codd. 560 p. 262; 562, 95 (mit weiterer Lit.); 564, 162; 610, 71b.
Erwerb der Handschrift: In StiBSG wohl seit Entstehung, jedoch keine einschlägigen Einträge vor 18. Jh.
Bibliographie:
Bruckner, Scriptoria III (1938), p. 43 und Reg. XIV (1978), p. 160;
Scarpatetti, Schreiberzuweisungen (1995), p. 51;
Levison, Conspectus, in: MGH Merov. 7 (1920), p. 680, Nr. 729;