Handschrift in dieser Sammlung wählen: B26  B52 B62  S102  6/107

Standortland:
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Schweiz
Ort:
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Zürich
Bibliothek / Sammlung:
Bibliothek / Sammlung
Braginsky Collection
Signatur:
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B57
Handschriftentitel:
Handschriftentitel
Siddur nach dem sepharadischen Ritus (Nussah Sefarad)
Schlagzeile:
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Papier · 223 ff. · 20.6 x 15 cm · Ungarisch-Brod (Mähren) · zwischen 1673 und 1683
Sprache:
Sprache
Hebräisch
Kurzcharakterisierung:
Kurzcharakterisierung
Neben den täglichen Gebeten enthält diese Handschrift auch kabbalistische Kommentare und Kawwanot (mystische Hingabe). In der kabbalistischen Schule von Safed (Obergaliläa) wurde dem mystischen Aspekt des Gebetes als dem "Instrument für einen mystischen Aufschwung der Seele zu den Höhen der Gottheit" eine wichtige Rolle beigemessen. Als Verfasser dieser Gebetsbücher gilt Isaak ben Salomon Luria (1534-1572). Die Handschrift beginnt mit einer unvollendeten Titelseite, die einen dekorativen Blütenrahmen in rot, gelb und grün, jedoch keinen Text enthält. In diesem bunten, ornamentalen Rahmen befindet sich die Inschrift "Samuel ha-Kohen, Vorsänger in Broda", der entweder der Kopist oder der Auftraggeber war. Die Handschrift war Teil der Sammlung von Naphtali Herz van Biema (1836-1901), ein Sammler aus Amsterdam, dessen Bücher 1904 versteigert wurden. Viele dieser Bücher waren zuvor im Besitz der Familie seiner Frau gewesen, eine Familie prominenter, orthodoxer Philanthropen und Bibliophilen, bekannt als die Amsterdamer Lehren Familie. (red)
DOI (Digital Object Identifier):
DOI (Digital Object Identifier
10.5076/e-codices-bc-b-0057 (http://dx.doi.org/10.5076/e-codices-bc-b-0057)
Permalink:
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https://e-codices.unifr.ch/de/list/one/bc/b-0057
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Wie zitieren:
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Zürich, Braginsky Collection, B57: Siddur nach dem sepharadischen Ritus (Nussah Sefarad) (https://e-codices.unifr.ch/de/list/one/bc/b-0057).
Online seit:
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13.10.2016
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Rechte:
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Dokumenttyp:
Dokumenttyp
Handschrift
Jahrhundert:
Jahrhundert
17. Jahrhundert
Dekoration:
Dekoration
Ausgesparter Raum, Deckfarbenmalerei, Initiale, Rand, Ornamental
Liturgica hebraica:
Liturgica hebraica
Siddur
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e-codices · 21.09.2016, 14:02:09

In the kabbalistic school of Safed the mystical aspect of prayer, as “the vehicle of the soul’s mystical ascent to God” (see cat. no. 30), is of great importance. To this end special daily prayer books were composed; these contain not only the statutory prayers, but also prayers with mystical content. The authorship of these prayer books is generally attributed to Isaac ben Solomon Luria (1534–1572). The “Lurianic” prayer book is known as Siddur ha-Ari, the daily prayer book of the Ari. Ari literally means “lion,” but is also the acronym of Luria’s nickname: Ha-Elohi R. Yitzhak (The Divine Rabbi Isaac). In the Braginsky prayer book, kabbalistic commentaries and kavvanot (mystical intentions) were included (see cat. no. 30).
Luria’s prayer book went through redactions by Meir ben Judah Leib Poppers (ca. 1624–1662) and Hayyim ben Abraham Ha-Kohen (ca. 1585–1655). Shlomo Zucker, in a description kept with the manuscript, established that the text of the Braginsky manuscript underwent yet another redaction by a student of Hayyim Ha-Kohen, Nathan Nata Hannover (d. 1683), or by one of Nathan’s followers. Hannover lived and worked in Broda from circa 1673 until his violent death there at the hands of anti-Habsburg rebels, on 14 July 1683. It is likely that the manuscript was copied during Hannover’s stay in Broda.
The manuscript begins with an unfinished title page that contains a decorative floral border in red, yellow, and green, but without any text. It is signed “Samuel ha-Kohen, cantor in Broda,” who is either the copyist or perhaps the person for whom the book was written. Throughout the manuscript the scribe included initial words with letters in alternating colors, occasionally using silver paint.
The manuscript was part of the collection of Naphtali Herz van Biema (1836–1901), an Amsterdam collector, whose books were auctioned in 1904. As his wife was a member of the Amsterdam Lehren family, many of his books had previously belonged to members of that family of prominent orthodox philanthropists and bibliophiles.

A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 100.

e-codices · 21.09.2016, 13:56:54

Nach der Vertreibung der Juden von der iberischen Halbinsel entstand im 16. Jahrhundert in Safed in Obergaliläa ein neues Zentrum der kabbalistischen Strömungen. Den mystischen Gebeten wurde eine wichtige Rolle beigemessen: «Sowohl das Gebet der Gemeinde […] als auch das Gebet des Einzelnen können als Instrument für einen mystischen Aufschwung der Seele zu den Höhen der Gottheit dienen» (Gerschom Scholem). So entstanden tägliche Gebetbücher, die nicht nur die Standardgebete aufwiesen, sondern auch solche mystischen Inhalts. Als Verfasser dieser Gebetbücher gilt im Allgemeinen Isaak ben Salomon Luria (1534–1572). Sie werden deshalb «lurianische» Gebetbücher, im Hebräischen nach Isaak Lurias Beinamen Ari («Löwe») auch Siddur ha-Ari genannt, wobei ha-Ari zugleich ein Akronym seiner hebräischen Ehrenbezeichnung Ha-Elohi Rabbi Jizchak («Der göttliche Rabbi Isaak») ist.
Redaktionen des lurianischen Gebetbuchs stammen von Meir ben Juda Leib Poppers (um 1624–1662) und Chajjim ben Abraham Ha-Kohen (um 1585–1655). Das Manuskript der Braginsky Collection, das neben den Gebeten kabbalistische Kommentare und Kawwanot (mystische Konzentrationen) enthält, wurde ausserdem von Nathan Hannover, einem Schüler von Chajjim Ha-Kohen, redaktionell bearbeitet, möglicherweise aber auch von einem seiner Nachfolger. Nathan Hannover lebte und arbeitete ab 1673 in Broda (Ungarisch Brod, Uherský Brod in Mähren), bis er 1683 während des antihabsburgischen Aufstands der ungarischen Kuruzen einen gewaltsamen Tod erlitt. Das Manuskript dürfte im Jahrzehnt zwischen 1673 und 1683 angefertigt worden sein.
Den Anfang bildet eine unvollendete Titelseite. In ihrem bunten ornamentalen Rahmen findet sich die Inschrift «Samuel ha-Kohen, Vorsänger in Broda». Dabei kann es sich um den Kopisten oder den Auftraggeber handeln. Auf mehreren Seiten erscheinen Initialwörter, deren Buchstaben mit Silber oder in abwechselnden Farben ausgemalt sind.
Das Buch befand sich einst im Besitz der orthodoxen Amsterdamer Kaufmannsfamilie Lehren, aus der eine Reihe prominenter Philanthropen und Bibliophiler hervorgegangen ist. Durch Einheirat gelangte das Werk in die Sammlung von Naphtali Herz van Biema (1836–1901) und wurde nach dessen Tod versteigert.

Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 114.

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A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 100-101.

Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 114-115.

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