Kurzcharakterisierung:Umfassende Sammlung der wichtigsten Urkunden und Dokumente des Klosters Wettingen, angelegt von Peter Numagen um 1490. Auf Register und Prolog folgen Gründungslegende und Abschriften der päpstlichen, kaiserlichen und königlichen Privilegien. Enthält zudem die Ordensprivilegien und Abschriften von Urkunden über verschiedene Rechtsgeschäfte im Zusammenhang mit Grundbesitz. Ausgestattet mit den Wappen der Stifter, Äbte und Wohltäter.(rau)
Standardbeschreibung: Bretscher-Gisiger Charlotte / Gamper Rudolf, Katalog der mittelalterlichen Handschriften des Klosters Wettingen, Dietikon-Zürich 2009, S. 76-77.
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Online seit: 15.04.2010
Aarau, Staatsarchiv Aargau, AA/3116
Papier · 333 ff. · 45 x 32.5 cm · Wettingen · um 1490
Diplomatarium Wettingense
Wie zitieren:
Aarau, Staatsarchiv Aargau, AA/3116, f. 331r – Diplomatarium Wettingense (https://www.e-codices.ch/de/list/one/saa/AA3116)
Lagenstruktur: 65 + 5 IV45 + II49 + IV57 + (IV-1)64 + 22 IV240 + (IV-l)247 + 9 IV319 + III325 + 4329, vor Bl. 64 fehlt ein Blatt, Textverlust; vor BI. 247 ein Blatt [= Bl. CCXLIII] herausgeschnitten, als Blatt II vorn eingesetzt. Zahlreiche Blätter mit Papier geflickt.
Seiteneinrichtung:
Begrenzung des Schriftraums mit Stiftlinien, Schriftraum 35,5-37 x 23-24,5, 57-65 Zeilen.
Schrift und Hände: Jüngere gotische Kursive von der Hand des Petrus Numagen.
Buchschmuck:
Überschriften und Initien in schwarzer Auszeichnungsschrift.
9r und 10r Beglaubigungszeichen der Päpste Gregor IX. und Innozenz IV. abgemalt.
Spätere Ergänzungen: Zahlreiche Nachträge von verschiedenen Händen des 16. Jhs.
8v-9r
Marginalien von der Hand des Aegidius Tschudi. 268v-275r
Nachtrag von Jakob Winterberg OCist, 1620, der 270v mit den Initialen zeichnet; mit kolorierten Wappen. IIr Titelblatt von Bonaventura Stürzer OCist, um 1880. Auf 1r geklebter Brief von Dominicus Willi OCist vom 17. 5. 1880 zum Inhalt der Handschrift.
Einband: Halblederband mit Kartondeckeln, um 1880. Deckel mit weissem Pergament überzogen. Zwei nach vorn greifende Kantenschliessen mit Messingteilen, teilweise alt. Je vier durchbrochene Beschläge mit Buckel aus Messing, 16./ 17. Jh. Auf dem Rücken Papierschild Wettinger Dokumentenbuch, unten Signatur. Blauer Schnitt. Spiegel- und Vorsatzblätter (I, 330, 331) Papier, neu.
IIr
Titelblatt. Nachtrag.
Diplomatarium monasterii Marisstellae vulgo Wettingen ordinis Cisterciensis conscriptum per Petrum Numagen presbyterum Treverensem necnon auctoritate apostolica et imperiali publicum notarium, ab anno circiter 1486 usque ad annum 1510.
(Ab 30r)
Urkunden zu Schenkungen, Tausch und weiteren Rechtsgeschäften im Zusammenhang mit Grundbesitz.
268v-275vWappenbuch
Nachtrag, 1620. Wappen der Stifter und Gründungsgeschichte des Klosters Wettingen;
Vgl. Boner, Die Gründung des Klosters Wettingen, S. 42f.
(272v)
Wappen der Stifter und Wohltäter.
Tituli entsprechen teilweise Monumenta Germaniae Historica Necrologia Germaniae, Bd. 1, ed. Franciscus Ludovicus Baumann, Berlin 1888, S. 598-600.
Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 8: Der Bizirk Baden III: Das ehemalige Zisterzienserkloster Marisstella in Wettingen, Bern 1998, S. 364f.
276r-329vDiplomatarium
Fortsetzung.
>Kunndtschaifibrieff das wir alle priester so uff unser pfarren absterbenn erbenn mögenn< …
(Ab 285r)
Urkunden zu Schenkungen, Tausch und weiteren Rechtsgeschäften im Zusammenhang mit Grundbesitz, mehrheitlich Nachträge von verschiedenen Händen des 16. Jhs.
Entstehung der Handschrift:
Wettingen OCist. Im Auftrag von Abt Johannes Müller (1486-1521) um 1490 von Petrus Numagen geschrieben, der sich auf 181v nennt: Petrus Numagen apostolica et imperiali auctoritate notarius suscripsit hoc und 219rPetrus Numagen Treverensis hec manu propria. Zu Petrus Numagen († 1515), 1482 Sekretär von Andreas Jamometič von Krain, 1483 im Kloster Lützel OCist, seit 1487 Kaplan zu St. Leonhard ante muros Zürich, Notar und Schreiber des Grossmünsterstifts, Andreas Meyer, Zürich und Rom, Tübingen 1986, S. 465, Nr. 873;
Katalog der datierten Handschriften in der Schweiz in lateinischer Schrift vom Anfang des Mittelaters bis 1550, bearb. v. Beat M. von Scarpatetti u.a., Dietikon-Zürich 1977-1991, Bd. 3, S. 306f.; Martin Germann, Die reformierte Stiftsbibliothek am Grossmünster Zürich im 16. Jahrhundert und die Anfänge der neuzeitlichen Bibliographie, Wiesbaden 1994, S. 356.
Erwerb der Handschrift: Wettingen OCist. Ir, IIv, 1r, 5r, 155r, 174r und 329v
Stempel
Staatsarchiv Aargau
, 19.-20. Jh.
Bibliographie:
Albert Bruckner, Scriptoria medii aevii Helvetica, Bd. 7: Schreibschulen in der Diözese Konstanz. Aargauische Gotteshäuser, Genf 1955, S. 116f., Taf. 50 und 57.