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  • Gamper Rudolf / Marti Susan, Katalog der mittelalterlichen Handschriften der Stadtbibliothek Schaffhausen, Dietikon-Zürich 1998, S. 67–68. Ergänzungen durch Rudolf Gamper 2008.
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  • Katalog der datierten Handschriften in der Schweiz in lateinischer Schrift vom Anfang des Mittelalters bis 1550, Bd. III: Die Handschriften der Bibliotheken St. Gallen-Zürich, bearbeitet von Beat Matthias von Scarpatetti, Rudolf Gamper und Marlis Stähli, Dietikon-Zürich 1991, Nr. 313, S. 112.
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Schaffhausen, Stadtbibliothek, Gen. 1

Gamper Rudolf / Marti Susan, Katalog der mittelalterlichen Handschriften der Stadtbibliothek Schaffhausen, Dietikon-Zürich 1998, S. 67–68. Ergänzungen durch Rudolf Gamper 2008.

Avec l'aimable permission de Urs Graf Verlag, Dietikon. L'éditeur détient l'ensemble des droits de publication.
Titre du manuscrit: Adamnanus
Origine: Irisch
Période: zwischen 688 und 713
Support: Pergament
Volume: 71 Blätter
Format: 29 x 22,5 cm
Numérotation des pages: Neuere Paginierung I-II. 1-140. Blindliniierung.
Composition des cahiers: 5 VI120 + (V-1)138, das letzte Blatt fehlt. Die zwei inneren Doppelblätter der letzten beiden Lagen am unteren Rand 1-2 cm kürzer, Risse und Löcher im Pergament, meistens am unteren Rand, mit Pergament geflickt. Lagenzählung am Lagenende i-v mit Rötel, 14.-15. Jh.
Mise en page: Schriftraum 25 x 20, zweispaltig (9 und 10), 28 Zeilen.
Type d'écritures et copistes: Irische Halbunziale von der Hand des Dorbbene, S. 137 griechische Unziale, wohl ebenfalls von seiner Hand.
Décoration:
  • S. 108a Einschub mit dunklerer Tinte mit schmalerer Feder und in kleinerer und weniger sorgfältiger Schrift.

  • Bei den Satzanfängen teilweise rote oder gelbe Buchstabenfüllung.
  • Überschriften in Rot. 2-3zeilige Initien, Initialen rot oder gelb umpunktet, rot, selten gelb gefüllt, bei den Prologen, beim Textanfang und bei Kap. I,21f., I,25, I,28, I,31, II,12 und III,3 Buchstabenkörper gelb gepunktet.
Ajouts: Vereinzelt zeitgenössische Korrekturen, wenige Korrekturen in Interpunktion und Text in karolingischer Minuskel, meistens nur Ergänzung einzelner Buchstaben, 9.-10. Jh.; weitere Korrekturen, 17. Jh.
Reliure: Heller Ledereinband 1941. Notiz auf einem auf den hinteren Spiegel geklebten Blatt: «Im Januar 1941 wurde diese 'Vita S. Columbae' nach mittelalterlicher Bindeart neu gebunden, von Hans Bachmann, Buchbindermeister in Schaffhausen. Aus zwei Arten der Heftung dieses Buches liess sich feststellen, dass dasselbe nun zum dritten Male gebunden worden ist. - Bei der ersten, ältesten Heftung, wurden die Lagen seitlich durchstochen, wie es in niederrheinischen Gegenden üblich war. - Ende des 14. Jahrh. wurde das Buch nach mittelalterlicher, klösterlicher Bindeart neu gebunden. Um 1800 notdürftig repariert, wurde aber der Zustand des Buches derart, dass sein Einband im Jahr 1941 erneuert werden musste, als Dr. R. Frauenfelder Stadtbibliothekar war.» Spiegelblätter (I-II, 139-140) neu, Pergament. Ein ehemals auf S. 138 geklebtes Papierschild entfernt; ein vierseitiges Gutachten über den Kodex und den Inhalt von Moritz Hohenbaum van der Meer in den hinteren Spiegel geklebt (N1-N4).
Sommaire:
  • S. I-II leer.
  • S. 1a-136a Adamnanus de Iona: Vita Columbae > Prolog: In nomine Ihesu Christi orditur praefatio< Beati nostri patroni
    • (5a) Capitula.
    • (6a) Text: >Incipit primi libri textus de profeticis revelationibus. De virtutum miraculis brevis narratio< Vir itaque venerandus …–… in loco subscribant. [rot:] Quicumque hos virtutum libellos Columbae legerit pro me Dorbbeneo deum deprecetur, ut vitam post mortem ęternam possedeam.
      • BHL 1886.
      • Adomnan, Columba, S. 2-234.
      • Zum Einschub 108 sowie weiteren paläographischen, kodikologischen und philologischen Befunden, die Hinweise zur Entstehungsgeschichte der Vita Columbae geben: Mark Stansbury, The composition of Adomnán's Vita Columbae, in: Peritia. Journal of the Medieval Academy of Ireland 17-18 (2003-2004), S. 154-182.
  • 136b leer.
  • S. 137 Vaterunser griechisch ПАТНР НМΩΝ …–… ΑΠΟ ΤΟΥ ΠΟΝΕΡΟΥ Mt 6,9-13
  • S. 138-140 leer.
Provenance du manuscrit:
  • Der Schreiber Dorbbene von Iona in Schottland († 713) nennt sich S. 136 (s.u.), die insulare Halbunziale bestätigt die Herkunft. Der terminus post quem (688) ergibt sich aus den Angaben in Adamnans Vita (Adomnan, Columba, S. 96). Wann die Handschrift in den Bodenseeraum gelangte, ist unsicher. S. 1 unter dem Schriftspiegel: Liber Augie maioris, 13. Jh.; über dem Schriftspiegel: Liber Aug[iae] , 17./18. Jh., beide getilgt, mit UV-Lampe lesbar. 1621 an den irischen Jesuiten Stephen White in Dillingen ausgeliehen. 1772 in der Stadtbibliothek Schaffhausen nachgewiesen. Müller, Catalogus, 218r 16. Vita Columbani. (Litteris Scoticis.) 4.Pergam. Affixa est oratio dom. graece, ubi doxologia abest. S. 1, 138 und 139 Stempelder Stadtbibliothek Schaffhausen.
  • Jean-Michel Picard klärte die Besitzgeschichte der Handschrift im Frühmittelalter: Vor der Mitte des 9. Jhs. gelangte sie nach Nordfrankreich, wo eine Abschrift hergestellt wurde. In der zweiten Hälfte des. 9. Jhs. war sie in St. Gallen; noch in den 960er- oder 970er-Jahren wurde sie dort als Grundlage für eine neue Bearbeitung der Vita benutzt. Unklar bleibt, wann sie ins Kloster Reichenau gelangte, wo sie im 13. Jahrhundert mit einem Besitzeintrag versehen wurde.
Bibliographie:
  • F. Keller, Bilder und Schriftzüge in den irischen Manuskripten der schweizerischen Bibliotheken, in: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft Zürich 7 (1853), S. 85f.
  • W. Reeves, The Life of St. Colurnba, Dublin 1857.
  • J[osef] S[chneuwli], Adamnan's Leben des h. Columba, ein Manuscript in der Stadtbibliothek Schaffhausen, in: Anzeiger für schweizerische Geschichte und Altumskunde 1 (1859), S. 60f.
  • Boos, Verzeichnis, S. 67.
  • R. Frauenfelder, Die älteste Handschrift in der Stadtbibliothek Schaffhausen, in: Schweizerisches Gutenbergmuseum 1936, S. 155-160 (Abb.).
  • Bruckner, Scriptoria Bd. 6, S. 26; CLA Bd. 2, S. XII (Abb.) und VII, Nr. 998 (Abb.).
  • Adomnan, Columba, S. LIVf., LXIf. und LXIX-LXXII.
  • M. W. Herren, Hiberno-Latin Philology: The State of the Question, in: Insular Latin Studies, hrsg. v. M. W Herren, Toronto 1981, S. 5.
  • J. Autenrieth, Irische Handschriften-Überlieferung auf der Reichenau, in: H. Löwe (Hrsg.), Die Iren und Europa im frühen Mittelalter, Stuttgart 1982, S. 908.
  • R. Specht, Wie kam Dorbénes Abschrift von Adamnans Vita Sancti Columbae in die Stadtbibliothek Schaffhausen?, in: SchBeitr. 65 (1988), S. 103-109.
  • J. Marsden, The illustrated Columcille, London 1991, S. 18f. (Abb.).
  • CMD-CH, Bd. 3, Nr. 313.
  • Adomnan of Iona, Life of St. Columba, hrsg. v. R. Sharpe, London 1995, S. 235f.
  • Jean-Michel Picard, Schaffhausen Generalia I and the textual transmission of Adomnán's Vita Columbae on the continent, in: Próinséas Ní Chatháin, Michael Richter (Hrgs.), Irland und Europa im früheren Mittelalter. Texte und Überlieferung = Ireland and Europe in the early Middle Ages: Texts and transmission, Dublin 2002, S. 95-102.
  • vgl. die Einleitung, oben S. 9f., 39.

Corrections et additions:
Gamper, 2008 Literatur durch Gamper ergänzt.